Digital Leadership: Ist der neue Führungsstil ein gemeinsamer Führungsstil?

Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von einflussreichen Persönlichkeiten: Ob Nelson Mandela, Steve Jobs oder Martin Luther King Jr. – sie alle haben die Welt auf eine bestimmte Art und Weise verändert. Führungskräfte in Unternehmen haben eher selten Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte. Sie beeinflussen jedoch den Erfolg ganzer Großkonzerne. Doch welche Rolle muss eine Führungskraft einnehmen, um den Erfolg eines Unternehmens im 21. Jahrhundert zu sichern? Lineare Hierarchien, ein autoritärer Führungsstil, einseitige Kommunikation – die Führungskraft entscheidet, die Mitarbeitenden folgen. Diese veraltete Führungsform hat bei einem Großteil der Unternehmen ausgedient – moderne Leader müssen daher neben Entscheidungs- und Durchsetzungskraft weitaus mehr Kompetenzen vorweisen. Denn Globalisierung, Digitalisierung und die Industrie 4.0 verändern die Art der Führung grundlegend, weshalb ein neues Konzept entstanden ist: Digital Leadership.

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Was bedeutet Digital Leadership?

Diese neue Art der Unternehmensführung bedeutet nicht weniger Führung, sondern eine andere Art davon – Führung 4.0. Durch die ständige Informationsflut und die extreme Innovationsgeschwindigkeit rücken die traditionellen Aufgaben von Führungskräften zunehmend in den Hintergrund: IT-Systeme und Algorithmen übernehmen heutzutage die Aufgabenverteilung im Team. Arbeitskomplexität und stärkere Vernetzung fordern auf allen Ebenen mehr Initiative, was oftmals dazu führt, dass Mitarbeitende zu alleinigen Expertinnen und Experten werden und damit selbst Entscheidungen in ihrem Aufgabenbereich treffen. Selbst die Geschäftsführung, die traditionell über das umfangreichste Wissen innerhalb einer Firma verfügte, hat meist nur noch oberflächliche Einblicke in Fachbereiche – dem Fachwissen der Mitarbeitenden kommt demnach eine immer wichtigere Bedeutung zu. Teams organisieren sich heutzutage zunehmend selbst und greifen eigenständig auf erforderliche Informationen zu. Ganz besonders der verstärkte Einsatz flexibler Arbeitsmodelle wie Home-Office gibt dem eigenverantwortlichen Arbeiten der Mitarbeitenden einen erheblichen Schub.  

Digital Leadership – Definition

Digital Leadership wird den veränderten Bedingungen der Arbeitswelt gerecht und setzt digitale Transformationsprozesse so um, dass Teams im Unternehmen erfolgreich arbeiten können. Doch welche Fähigkeiten müssen Führungskräfte entwickeln, um den Erfolg ihrer Firma langfristig zu sichern? Und inwieweit kann das HR-Management diesen Prozess unterstützen?  

Leadership in einer VUCA-Welt

Die heutige Realität ist schnelllebig, oft unverständlich und macht es für Unternehmen immer schwerer, Prozesse zu planen. Führende Futuristen wie Bob Johansen sprechen von einer VUCA-Welt („Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity“), in der Führungskräfte die Rolle positiver „Change Agents“ einnehmen, die inmitten dieses Chaos unsere Zukunft gestalten. 

Um dieses Chaos zu überblicken, muss eine moderne Führungskraft trotz Unordnung und Widersprüchen Klarheit im Unternehmen schaffen. Denn Führungskräfte sind diejenigen, die trotz der Menge an Informationen und der sich schnell verändernden Umstände am Ziel festhalten müssen.

Was zeichnet einen Digital Leader aus?

Digital Leadership ist deshalb nicht einfach nur ein neuer Führungsstil für alte Strukturen, sondern eine völlig neue Herangehensweise. Leader bieten Orientierung, Motivation und sorgen dafür, dass alle an einem Strang ziehen – die Verantwortung für einzelne Aufgaben liegt aber bei den Teammitgliedern.

Kommunikation & Vertrauen

Da Teams zunehmend durch räumliche Distanz getrennt zusammenarbeiten, findet Führung virtuell und aus der Ferne statt. Klare Kommunikation und vertrauensvolle Zusammenarbeit in virtuellen Teams sind daher Grundvoraussetzungen, um unter anderem Untersicherheiten bei Mitarbeitenden aus dem Weg zu räumen.  

Auch die Fähigkeit, transparent zu kommunizieren, ist eine wesentliche – auch digitale – Führungskompetenz im 21. Jahrhundert. Wenn eine Führungskraft ihre Handlungen offen kommuniziert und dem Team die Möglichkeit gibt, diese nachzuvollziehen, fördert sie Authentizität und damit das Vertrauen im Team. Transparenz bedeutet nicht nur, nötige Informationen preiszugeben, sondern auch eine emotionale Bindung im Team zu schaffen – durch Toleranz gegenüber Fehlern und Risikobereitschaft. Denn wer als Führungskraft keine Risiken eingeht, steht der Innovationskultur und damit dem Erfolg des Unternehmens im Weg.  

Mutig neue Schritte wagen

Digital Leaders sollten außerdem regelmäßig die eigene Komfortzone verlassen, sich in ungewohnte Umgebungen begeben und Interesse haben, neue virtuelle Welten kennenzulernen. Dafür braucht es den Willen, selbst aktiv zu werden sowie einen inneren Impuls, neue Dinge zu erschaffen und gedeihen zu lassen. In Zukunft geht Führung weit über den Begriff von Kontrolle hinaus: Digital Leader bilden, entwickeln und erweitern Netzwerke. Sie suchen nach Lösungen und treiben Optimierungsmöglichkeiten im Unternehmen voran. Selbst bei unlösbar scheinenden Problemen sehen sie einen Ausweg. 

Positives Mindset

Optimismus spielt demnach eine wichtige Rolle: Ist das Glas halb voll oder halb leer? Unsere digitale Welt bringt uns in Situationen, in denen Führungskräfte trotz ungewöhnlicher Umstände das Positive sehen müssen: Die Zusammenarbeit in virtuellen Teams schafft zum Beispiel eine räumliche Distanz zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften, ermöglicht jedoch die Durchführung von Projekten über Ländergrenzen hinweg und eröffnet damit neue Möglichkeiten für Unternehmen. 

Wie HR-Manager unterstützen können

Wird im Unternehmen Digital Leadership umgesetzt, ändert sich nicht nur der Führungsstil, sondern auch die Dynamik im Team. Wenn sich das Team besser auf eine Zukunft voller Veränderungen und Brüche vorbereitet fühlt, hat es Vertrauen in die Führungskraft und die Firma. HR-Manager können Digital Leader aktiv unterstützen, indem sie das Management auf neue Herausforderungen vorbereitet und begleitet.

Partnerschaften und Agilität

Das rasante Tempo der sich ständig verändernden Arbeitswelt verleiht dem Begriff „lebenslanges Lernen“ eine neue Bedeutung: In der digitalen Welt müssen sich Führungskräfte fortlaufend und innerhalb kürzester Zeit neue Fähigkeiten aneignen. Bei einer Studie von Gartner gab nur die Hälfte der 2 800 Befragten an, ihr Team gut in die Zukunft führen zu können. Das HR-Management kann Führungskräfte dabei unterstützen, ihre immer größere werdende Verantwortung zu erfüllen:  

1. Komplementäre Führung 

Unter komplementärer Führung versteht man eine Partnerschaft zwischen zwei oder mehreren Führungskräften. Dabei muss eine Führungskraft nicht jede Rolle erfüllen und über alle Fähigkeiten selbst verfügen, wie es in herkömmlichen Entwicklungsprogrammen oft gefordert wird. Diese Strategie verfolgt das Ziel:

  • Führungsverantwortung zu verteilen
  • Führungskräfte in ihren eigenen Stärken und Schwächen zu unterstützen
  • Individuelle Stärken und Entwicklungspotentiale zu verstehen
  • Führungskräften zu ermöglichen, dass sie sich für Aufgaben Unterstützung holen

Bei der komplementären Führung Stattdessen geht es darum, bereits vertraute Arbeitsprozesse und Rahmenbedingungen an die laufenden Veränderungen innerhalb der Firma anzupassen. Die Untersuchung von Gartner zeigt, dass ein komplementärer Führungsstil zu einer 60-prozentigen Steigerung der Leistung von Teams und einer 40-prozentigen Steigerung der Leistung von Führungskräften führt.  

2. Interne Talentmobilität 

Durch den Einsatz interner Mobilitätsprogramme erhält das HR-Management Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden in unterschiedlichen Rollen. Das erleichtert Vieles:

  • Die richtigen Talente für die richtigen Positionen finden
  • Mitarbeitende können verschiedene Funktionen kennenlernen
  • HR kann auf einen Pool von Mitarbeitenden zurückgreifen
  • Das Unternehmen verfügt immer über passende Talente für aktuelle Herausforderungen
  • Einzigartige Entwicklungsmöglichkeiten für mehr Motivation und Arbeitszufriedenheit

3. Eigenverantwortung im Team

Nicht nur HR-Teams und das Management sind gefordert, um den Erfolg des Unternehmens im 21. Jahrhundert zu sichern.  Alle Mitarbeitenden sind gefordert, Eigeninitiative zu zeigen, um sich in selbstorganisierende Teams und die komplexe Arbeitswelt einzugliedern:

  • Mitarbeitende verfügen oftmals über das alleinige Expertenwissen
  • Sie können im Team agil und effektiv Entscheidungen treffen
  • Ein gemeinsamer Führungsstil kann auf unsere schnelllebige Welt mit Fachwissen reagieren

Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass Führungskräfte und das HR-Management eigenverantwortliches Handeln fördern.

Digital Leadership lernen

GoodHabitz bietet allen im Unternehmen die Möglichkeit, mithilfe von Online-Trainings die eigenen Stärken zu erkennen und Entwicklungsmöglichkeiten aktiv zu nutzen. Durch das breite Angebot an Online-Trainings zu Soft Skills lockt GoodHabitz Mitarbeitende immer wieder gezielt aus ihrer Komfortzone – so können alle neue und für die digitale Arbeitswelt erforderliche Kompetenzen erlernen, sich weiterbilden und immer neue Herausforderungen meistern.

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