Warum sich Diversität und Inklusion immer noch rechnen
Programme rund um Diversity und Inclusion geraten aktuell massiv unter Druck: Der Anteil der S&P-500-Unternehmen, die die Gehälter ihrer Führungskräfte an DEI-Ziele koppeln, ist innerhalb eines Jahres von 52 % auf 22 % gefallen. Die Entwicklung, die in den USA politisch ihren Anfang nahm, spüren wir auch in Europa.
Und das, obwohl die Zahlen klar für Diversity, Equity & Inclusion, kurz DEI, sprechen: McKinsey fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Gewinne um 25 Prozent höher ist, wenn die Gender-Diversität im Unternehmen hoch ist. Ist die ethische Vielfalt hoch, steigt die Wahrscheinlichkeit sogar um 36 Prozent.
Damit deine DEI-Programme der aktuellen Gegenbewegung standhalten, zeigen wir dir in diesem Beitrag:
- Warum Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz weiterhin unverzichtbar sind
- Welche Daten deinen Business Case für DEI stärken
- Welchen Mehrwert Inclusion und Diversity auf menschlicher Ebene bringen
- Wie du DEI in deinem Unternehmen fördern kannst
Warum Diversität und Inklusion so wichtig sind
Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion mögen aktuell heiß diskutiert werden, haben in den vergangenen Jahren aber nichts an Bedeutung verloren. Trotz aller politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Debatten gilt weiterhin: DEI-Programme sind für Unternehmen ein Muss – nicht nur aus moralischen, sondern auch aus strategischen Gründen.
Unternehmen, die DEI fördern, profitieren sowohl menschlich als auch geschäftlich:
- Menschlich: Eine inklusive Unternehmenskultur stärkt die Zugehörigkeit deiner Mitarbeitenden, fördert Fairness und Gerechtigkeit und stärkt die psychologische Sicherheit. Wer sich gesehen und gehört fühlt, arbeitet engagierter, ist motivierter und bleibt dem Unternehmen länger treu.
- Geschäftlich: Unternehmen mit effektiven DEI-Strategien sind innovativer, finden bessere Lösungen und wirtschaften erfolgreicher. Teams mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen verschaffen ihren Unternehmen echte Wettbewerbsvorteile, da sie Herausforderungen besser einschätzen und neue Märkte erfolgreicher erschließen.
Eine Studie von Gartner zeigt, dass in diversen Teams die Performance um 12 % und die Bindung ans Unternehmen um 20 % höher ist!
Kurz gesagt: Diversity und Inclusion sind kein Nice-to-have. Unternehmen, die den Wert erkennen und Inklusion und Diversität gezielt fördern, bleiben zukunftssicher und schaffen ein Umfeld, in dem Talente aufblühen. Und das ist zurzeit wichtiger denn je: Laut aktuellem Gallup-Report geben nämlich nur 33 % der Arbeitnehmenden an, im Job rundum „aufzublühen“. Hier können Unternehmen mit echter Inklusion viel bewirken.
Der Business Case für Diversity Management
Trotz Gegenwind bleibt der Business Case für Diversität und Inklusion in Europa stark.
DEI steigert das Engagement
Je engagierter die Mitarbeitenden, desto erfolgreicher das Unternehmen. Laut dem aktuellen Gallup-Report fühlen sich weltweit aber nur 21 % der Beschäftigten engagiert – in Deutschland sank dieser Wert 2024 erstmals unter 10 Prozent. Das kostet Produktivität und Erfolg.
Als HR- und L&D-Profis wissen wir: Engagierte Teams sind produktiver, fehlen seltener und prägen ein positives Arbeitsklima. Laut Gallup haben Unternehmen mit besonders engagierten Teams 78 % weniger Fehlzeiten, sind um 23 % profitabler und um 17 % produktiver. Das macht Diversity und Inclusion zum klaren Erfolgsfaktor im Unternehmen!
DEI fördert die Innovation
Diverse Teams bringen nicht nur neue Perspektiven ins Unternehmen. Sie lösen auch Probleme kreativer und erzielen langfristig positivere Ergebnisse. Eine Studie von McKinsey mit dem Titel „Diversity Matters Even More“ belegt: Die Wahrscheinlichkeit, die Konkurrenz finanziell abzuhängen, ist in Unternehmen mit hoher Gender Diversity um 39 % höher.
Doch Vielfalt allein reicht nicht. Erst durch echte Inklusion entstehen messbare Ergebnisse, wie eine Studie zeigt, die mehr als 4.000 Teams in Computerspielfirmen analysierte. Das Ergebnis: Diversität fördert Kreativität nur dann, wenn Inklusion gelebt wird. In anderen Worten: Integration ist der Schlüssel zur Innovation.
Der menschliche Mehrwert von DEI
Die genannten wirtschaftlichen Mehrwerte sind mindestens genauso wichtig wie die menschlichen. Unternehmen, die Fairness, Inklusion und Chancengleichheit fördern, schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem sich alle respektiert und wertgeschätzt fühlen und individuell einbringen können. Solch ein Umfeld stärkt wiederum das Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit im Unternehmen und steigert die Motivation und das Engagement. Das alles sind zentrale Faktoren für Mitarbeiterbindung, mentale Gesundheit und Wohlbefinden.
Initiativen rund um Diversity und Inclusion müssen jedoch authentisch sein und konsequent umgesetzt werden, damit sie Wirkung zeigen. Alibi-Aktionen, wie einmalige Kampagnen oder gehaltlose Statements, können das Vertrauen zerstören und den Ruf schädigen. Solche Aktionen zeigen nur, dass Diversität und Inklusion als Pflichtthema gesehen und nicht ernstgenommen, sondern lediglich abgehandelt werden.
Welche Folgen das haben kann, zeigte sich vor kurzem bei Rolls-Royce. Das Auto- und Technologieunternehmen mit Sitz in Großbritannien fuhr 2025 seine DEI-Initiativen, darunter Employee Resource Groups, zurück und erntete dafür harsche Kritik – nicht nur intern, sondern auch extern.
Ob Diversity und Inclusion Teil der DNA und im Arbeitsalltag integriert sind, merken am Ende also nicht nur deine Mitarbeitenden, sondern auch die Öffentlichkeit.
5 Tipps für mehr Chancengleichheit, Diversität und Inklusion
Für eine inklusive Unternehmenskultur braucht es mehr als gute Absichten. Es braucht konkrete Schritte – sowohl von HR und L&D als auch von Führungskräften. Sie alle müssen mit gutem Beispiel vorangehen und eine solide Basis legen. Damit das gelingt, haben wir fünf Tipps für dich:
- Vermeide Vorurteile im Recruiting und bei Beförderungen.
Sorge dafür, dass bei Stellenanzeigen, Auswahlprozessen und Beförderungen Vorurteile außen vor bleiben. Nutze strukturierte Interviews und objektive Auswahlkriterien und hol die Meinung diverser Teammitglieder ein.
- Fördere eine inklusive Unternehmenskultur.
Schaffe ein Umfeld, in dem alle gehört und wertgeschätzt werden. Offene Kommunikation, sichtbare Wertschätzung für Vielfalt und eigene Netzwerke für Mitarbeitende geben Sicherheit.
- Ermögliche interaktives Lernen rund um Diversity und Inclusion.
Biete regelmäßig praxisnahe DEI-Trainings an, um die kulturelle Kompetenz und inklusive Führung zu fördern. Auch „Unconscious Bias“, also unbewusste Vorurteile, lassen sich gezielt „abtrainieren“.
- Verfolge die DEI-Entwicklung deines Unternehmens.
Verfolge Kennzahlen rund um Diversität und Inklusion, wie die Inklusionswahrnehmung und das Engagement deiner Mitarbeitenden, und nutze die Ergebnisse, um deine DEI-Initiativen zu verbessern. Auch DEI-Ziele für Führungskräfte haben sich als wirkungsvoll erwiesen.
- Mach DEI zum festen Bestandteil des Alltags.
Inklusion am Arbeitsplatz muss mehr als ein Projekt sein. Sie muss Teil von Teammeetings, Mitarbeitergesprächen, Zielvereinbarungen und Entscheidungsfindung sein. Nur so wird daraus eine Unternehmenskultur, in der Inklusion gelebt wird.
Top-down: So gelingt eine inklusive Unternehmenskultur
Chancengleichheit, Diversität und Inklusion beginnen immer oben: Es liegt an den Führungskräften, zu zeigen, dass euer Unternehmen Wert auf Transparenz, Fairness und Empathie legt. Wie? Indem sie Tag für Tag mit gutem Beispiel vorangehen und
- alle zu Wort kommen lassen, um Verantwortung zu teilen,
- offen über Ziele und Fortschritte sprechen, um transparent zu kommunizieren,
- die Leistung aller Beteiligten sehen, wertschätzen und anerkennen,
- Feedback einholen und Fehler zugeben sowie
- Talente erkennen und individuell fördern.
Dass „Inclusive Leadership“, also inklusive Führung, der Schlüssel zum DEI-Erfolg ist, belegt auch der EY European DEI Index. Demnach gelingt es nur 7 Prozent der europäischen Unternehmen, Inklusion in ihrer Unternehmenskultur zu verankern. Was diese 7 Prozent von den anderen unterscheidet, ist eine inklusive Führungskultur.
Inklusive Unternehmenskultur: Der Schlüssel zum künftigen Unternehmenserfolg
DEI bildet das Fundament, das dein Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig macht. Wenn ihr als Organisation resilient, agil und leistungsstark bleiben wollt, bleiben Diversität und Inklusion entscheidende Erfolgsfaktoren.
„Wo Vielfalt selbstverständlich und Inklusion Alltag ist, haben die Menschen die Chance, wirklich aufzublühen.“
GoodHabitz kann dich dabei unterstützen, Diversity und Inclusion in deinem Unternehmen zu verankern und ein zukunftsfähiges Arbeitsumfeld zu schaffen. Melde dich und wir zeigen dir gerne, wie wir dir dabei helfen können.
